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Milieuwechsel – der Weg

2. April 2010

Wie ist das eigentlich mit dem Milieu im interkulturellen Lebenswandel? Spielt das überhaupt noch eine Rolle? Ist das etwas glamouröses?  Wie soll man sich das vorstellen?

Variante 1: Wenn man in einer Arbeiterfamilie aufwächst, wo nur der Stiefonkel studiert hat…
Wenn die Eltern dann endlich materiell alles erreicht haben, suchen sie nach neuen Ufern und besseren Möglichkeiten, den immateriellen.  Niemand warnt vor, weil niemand vertrauenswürdiger es wissen kann, doch aus diesem materiellen Mittelstand gerät man schon mal zurück in bittere Armut, weil man plötzlich im Transitlager eines wildfremden Landes sitzt und auf ein Visum für ein neues Leben in einem undefinierten Ausland wartet…neues Spiel, neues Glück? Nirgends kann es schlimmer, hoffnungsloser sein, als dort, wo man gerade herkommt?
Wie wird es in der neuen Welt sein? Was erwartet einen da, außer der erhofften Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Konsumfreiheit? Wie kommt man mit der neuen Welt zurecht?
Wenn man gerne und leicht fremde Sprachen lernt, und darin auch mühelos denken kann, können fremde Umgebungen nicht weiter schlimm sein, oder? Ist man damit automatisch auf Flexibilität und Anpassungsfähigkeit programmiert?

Nichts ist selbstverständlich. Das Denken und die Reaktionsgeschwindigkeit beim Sprechen verlangsamen sich für eine Weile, da viel komplexere Zusammenhänge bewältigt werden müssen, als je zuvor. Es gibt nicht nur Grammatik, Rhetorik und Verständlichkeit zu beachten, sondern plötzlich auch noch Semantik, kulturelle Bilderwelten, Naturgesetze, Weltreligionen und Körperwahrnehmung. Und Hierarchiepräferenzen, Gruppendynamik, soziale Werthaltungen, Massenkommunikation, Aberglauben und Emotion.
Und ständig kommt noch etwas neues dazu.

Wissen Sie, wie überrascht ich war, als ich zum ersten Mal keine Geldsorgen mehr hatte, aber dafür alle Hände voll zu tun mit schlechten Dienstleistern?
Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn man in der Vergangenheit manchmal seine Miete nicht bezahlen konnte und jetzt täglich in einer perfekt gestylten Umgebung aufwachen darf?
Wenn Geld zwar alle Möglichkeiten offen hält doch Qualität und Kontinuität sich wie die Nadel im Heuhaufen versteckt halten?
Die schönsten Seiten des Lebens ohne Geldsorgen sind sehr glänzend, wahnsinnig angenehm für alle Wahrnehmungskanäle und facettenreicher als man sich das jemals selbst ausdenken könnte.
Doch die hässliche Fratze der Verlustangst, der Erschöpfung und Kraftlosigkeit bis hin zur Krankheit und Gleichgültigkeit ist ebenso unausdenkbar, bevor sie einen höchst persönlich anstarrt.

Für Männer wie für Frauen stellt sich dieselbe Frage: wie komme ich mit dem Leben am besten klar? Wozu bin ich fähig? Wie weit kann ich gehen? Wenn ich losgehe, woher weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin?

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